Die Bulimie (Ess-Brech-Sucht) kann durch eine Vielzahl verschiedener Faktoren bedingt sein. Einflüsse durch das Umfeld, die Psyche, durch biologische Gegebenheiten im Gehirn sowie wohl auch durch die Gene gehen bei der Entstehung der Bulimie mit ein. Die Gesellschaft mit ihrem dünnen Schönheitsideal führt bereits dazu, dass insbesondere jüngere Frauen ein niedriges Körpergewicht haben wollen. Das Körperschema wird verändert wahrgenommen, so dass sich auch schlanke Patienten zu fett fühlen. Zudem besteht eine Störung darin, das Sättigungs- und Hungergefühl richtig zu spüren.
Einige Gegebenheiten in der Familie der Betroffenen können der Entwicklung einer Bulimie förderlich sein. Oft handelt es sich um sehr leistungsorientierte Eltern, während es nicht möglich ist, den Gefühlen freien Lauf zu lassen. Probleme können in diesen Familien nicht ehrlich mitgeteilt werden, sondern müssen von jedem selbst bewältigt werden. Besonders wenn Mahlzeiten nicht vorrangig zum Zweck der Nährstoffzufuhr, sondern auch belohnend oder bestrafend eingesetzt werden, kann sich ein abnormes Essverhalten entwickeln. Konflikte innerhalb der Familie können die Bulimie weiter begünstigen. Einige mussten einen Missbrauch in der Familie erleiden.
Biologische Störungen im Gehirn spielen oft ebenfalls eine Rolle. Die Signalweiterleitung durch Botenstoffe ist bei Menschen mit Bulimie oft so verändert, dass die Sättigung beeinflusst ist. Auch die Vererbung kann mitverantwortlich sein. Das Risiko für eine Essstörung beziehungsweise Bulimie ist höher, wenn bereits ein Verwandter betroffen war.