Es lassen sich kaum allgemeingültige Gründe für Suchterkrankungen ausmachen. Normalerweise spielt eine Vielzahl von Einflussgrößen mit hinein. So entscheiden unter anderem das psychologische Profil, das soziale Umfeld, die Erhältlichkeit des Suchtmittels sowie möglicherweise auch die Veranlagung über die Entstehung einer Sucht.
Faktoren der eigenen Psyche können eine Suchtentstehung begünstigen, darunter ein schwaches Selbstwertgefühl, ein ungünstiger Verlauf der Kindheit, eine geringe Frustrationstoleranz, allgemeine Angst sowie Schwierigkeiten mit sozialen Beziehungen. Eine Sucht kann allerdings auch unabhängig von diesen Elementen auftreten. Nicht selten wird späteren Betroffenen in der Familie eine Sucht vorgelebt, von Alkohol- oder Tabakkonsum bis hin zum verantwortungslosen Umgang mit dem Fernsehen. Und in sozialen Gruppen besonders von Jugendlichen kann es zu einer Art Gruppenzwang kommen, so dass z. B. Alkohol getrunken wird, um dazu zu gehören. Direkte Auslöser einer Abhängigkeitserkrankung können akute persönliche Krisen und psychische Störungen sein.
Im Gehirn führt der Konsum von Suchtsubstanzen oder das Ausüben des Suchtverhaltens zur Aktivierung des Belohnungssystems. Das geschieht über die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin im Gehirn. Betroffene können von vornherein wenig Dopamin aufweisen und erzielen über die Sucht eine kurzfristige Vermehrung der Substanz. Diese Suchtursache hängt wahrscheinlich auch mit der Vererbung zusammen. Ebenso ist aber auch die Art des Suchtmittels entscheidend, wie schnell sich die Abhängigkeit ergibt.