Eine Zwangsstörung ist dadurch charakterisiert, dass ein innerer Drang besteht, an einen bestimmten Inhalt zu denken oder eine bestimmte Handlung auszuführen. Zwar erkennt der Betroffene diese Zwänge selbst als sinnlos und unverhältnismäßig, aber kann sie aufgrund des inneren Druckes dennoch nicht verhindern. Typische Zwangshandlungen sind der Waschzwang und der Kontrollzwang, Zwangsgedanken können beispielsweise Denken an Gewalt oder überzogene Befürchtungen sein. Die Zwangsstörung tritt nicht selten schon im Kindes- und Jugendalter auf und kann sehr belastend für den Betroffenen sein. Die Erkennung einer solchen Störung kann schwierig sein, vor allem bei reinen Zwangsgedanken. Zur Behandlung eignen sich Psychotherapie (meist Verhaltenstherapie) und die Gabe von Medikamenten. Zusammen mit den Angststörungen bilden die Zwangsstörungen die Gruppe der Neurosen.
Mögliche Ursachen von Zwangsstörungen
Mehrere Faktoren sind wahrscheinlich für die Entstehung einer Zwangsstörung verantwortlich. Im Gehirn zeigt sich eine Veränderung des Stoffwechsels, so dass die Verhältnisse der Botenstoffe abweichen. Die Substanz Serotonin liegt in zu geringer Konzentration vor. Dies begünstigt die Entwicklung von Ängsten und schließlich der Zwangsstörung. Die Tendenz zu Zwangsstörungen kann über das Erbgut weitergegeben werden.
Meist scheinen sich Zwangsstörungen aus Ängsten zu entwickeln. Die Erklärung dafür ist, dass die Ängste mit Hilfe des ausgelebten Zwanges besser beherrscht werden können. So kann beispielsweise mit dem Kontrollzwang der Angst entgegengesteuert werden, etwas Gravierendes vergessen zu haben. Typische Zwangserkrankte haben eine bestimmte Persönlichkeit (Perfektionisten). Bei vielen Betroffenen ist vorher ein sehr belastendes Lebensereignis eingetreten (z. B. Todesfall eines engen Verwandten).
Letzte Aktualisierung am 25.03.2011.