Die Ursachen für Suchterkrankungen sind oft nicht genau auszumachen, in aller Regel spielen mehrere Faktoren mit hinein. Viele Betroffene haben von vornherein eine Persönlichkeit, die sie für eine Abhängigkeit anfällig macht. Viele haben ein niedriges Selbstwertgefühl, Angst und Beziehungsunfähigkeit. Eine erbliche Veranlagung zu Suchtstörungen scheint dabei zu bestehen.
Die eigene Vorgeschichte beeinflusst die Suchtentstehung. Unerfreuliche Ereignisse in der Kindheit können die Abhängigkeitserkrankungen fördern. Nicht selten entsteht Sucht während einer Lebenskrise. Aber auch das Umfeld spielt eine große Rolle. Betroffene haben sich oft ein schlechtes Vorbild genommen, z. B. die trinkenden oder rauchenden Eltern oder andere Kinder oder Jugendliche in der Clique. Es kann ein regelrechter Gruppenzwang entstehen.
Aus physiologischer (die Körpervorgänge betreffender) Sicht laufen bei einer Sucht bestimmte Mechanismen im Gehirn ab. Der Botenstoff Dopamin, der zu gefühlter Freude und Wohlbefinden führt, wird während des Konsums vermehrt ausgeschüttet. Dies ist sowohl bei Substanz- als auch bei Verhaltenssüchten der Fall. Menschen, die von vornherein wenig Dopamin im Gehirn aufweisen, sind entsprechend noch anfälliger gegenüber Süchten.
Psychiatrische Erkrankungen können darüber hinaus direkt in eine Abhängigkeit von Substanzen oder Situationen führen.
Wie rasch sich eine Abhängigkeit entwickeln kann, hängt vom jeweiligen Suchtmittel ab. Eine gute Verfügbarkeit, wie bei legalen Drogen (Nikotin, Alkohol), lässt insgesamt viel häufiger eine Sucht entstehen als bei verbotenen Mitteln. Bestimmte Suchtstoffe haben aber auch eine besonders hohe Potenz der Abhängigkeit, so dass diese manchmal bereits nach einmaligem Konsum besteht. Unentdeckte Abhängigkeiten, wie z. B. viele Verhaltenssüchte, können selbst verstärkt werden.