Ein Psychotrauma ist die psychische Reaktion auf ein belastendes Erlebnis. Bei Kindern kann dies beispielsweise ein Missbrauch, körperliche Gewalt, die Trennung der Eltern oder der Tod eines Elternteils sein. Miterlebte Unfälle, Katastrophen und Kriege können ebenfalls ein Psychotrauma bedingen. Die längerfristigen Folgen des Traumas werden als posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bezeichnet. Kinder, die solche Erlebnisse mitgemacht haben, benötigen seelischen Beistand und Hilfe von ihren Angehörigen. In schweren und länger anhaltenden Fällen von Psychotraumen ist eine geeignete Therapie erforderlich (Traumatherapie). Diese beinhaltet eine Psychotherapie, dazu die seelische und soziale Unterstützung, manchmal auch die Gabe von Medikamenten sowie weitere Behandlungsmaßnahmen.
Ursachen für Psychotrauma und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Das Psychotrauma entsteht als Reaktion auf ein Ereignis, das individuell als sehr belastend empfunden wird. Zu solchen schlimmen Erlebnissen zählen z. B.:
- Missbrauch, körperliche oder sexuelle Gewalt
- Verlust von Eltern, Geschwistern, anderen Verwandten, engen Freunden
- Trennung der Eltern
- Unfälle
- Naturkatastrophen
- Terror, Amok
- Krieg, Flucht
- Schwerwiegende Krankheit anderer oder am eigenen Leib
Eine posttraumatische Belastungsstörung entsteht aber nicht bei jedem Betroffenen von schlimmen Ereignissen. Es hängt in erster Linie von der Art der Ereignisse ab. Nach einer Vergewaltigung kommt es öfter zur posttraumatischen Belastungssyndrom (rund die Hälfte der Fälle) als etwa nach einem Verkehrsunfall. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle, beispielsweise die individuelle Verfassung oder schon früher erlebte Traumen. Ebenso kann das soziale Umfeld entscheidend sein. Bei einer guten Unterstützung mit verständnisvollen und geduldigen Angehörigen sinkt die Gefahr einer Belastungsstörung. Besonders bei kleinen Kindern kann ebenfalls von Bedeutung sein, wie die Angehörigen auf die Belastung reagieren.
Wie genau sich eine Belastungsreaktion entwickelt, ist nicht bekannt. Es kommt aber zu Änderungen des Stoffwechsels und anderer Abläufe im Gehirn.
Letzte Aktualisierung am 28.03.2011.